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Mittwoch, 1. Februar 2012

Gute Aussichten für Bachelor und Master

Immer beliebter: Auslandsaufenthalte erweitern den Horizont und die Kenntnisse der Studierenden. Die verbesserte Studienfinanzierung sorgt zudem für mehr Bildungsgerechtigkeit und einen Studienanfängerrekord.

Studenten auf dem Universitäts-CampusBild vergrößern Jeder dritte Student geht ins Ausland Foto: EC/Alain Schroeder

Einen Bachelor-Abschluss in Köln und den Master an einer Universität in London: Immer mehr deutsche Studenten wechseln für den Master-Abschluss in ein anderes Land. Auslandsaufenthalte vermitteln zusätzliche Kompetenzen.

Sprache, Politik, die andere Kultur vermitteln neue Eindrücke und fördern die Persönlichkeitsentwicklung. Internationale Erfahrungen werden im Arbeitsleben immer wichtiger.

Zwischen 2000 und 2008 hat sich die Zahl deutscher Studierender im Ausland verdoppelt. Von 2008 auf 2009 stieg deren Anzahl um mehr als acht Prozent. Etwa jedem dritten Hochschulabschluss ist ein studienbezogener Auslandsaufenthalt vorangegangen, bei mehr als einem Viertel dauerte dieser Aufenthalt mehr als drei Monate. Das geht aus dem Bericht der Bundesregierung über die Umsetzung des Bologna-Prozesses in Deutschland hervor.

Die Auslandsmobilität der Bachelorstudierenden hat zwar zugenommen, ist im Vergleich zu den alten Studiengängen aber immer noch zu gering. Damit das nicht so bleibt, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung seine Mittel zur Mobilitätsförderung um rund 90 Millionen Euro bis zum Jahr 2015 aufgestockt.

Ziel des 1999 in Bologna angestoßenen Reformprozesses ist es, international akzeptierte Abschlüsse zu schaffen, die Qualität von Studienangeboten zu verbessern und mehr Beschäftigungsfähigkeit zu vermitteln. Im Zuge der Reform hat sich in Deutschland auch die Zahl der Studierenden erheblich ausgeweitet. Die Mobilität deutscher Studierender ins Ausland und die Attraktivität deutscher Hochschulen für ausländische Studierende und Nachwuchswissenschaftler sind deutlich angestiegen.

Verbesserte Studienfinanzierung schafft mehr Bildungsgerechtigkeit

Die Studienfinanzierung hat sich verbessert, insbesondere durch die Erhöhung der Bafög-Fördersätze und Freibeträge, aber auch durch die Einführung des Deutschlandstipendiums. Dass Studium keine Frage der sozialen Herkunft mehr ist, zeigt die Rekordzahl von 515.800 Studienanfängern im Jahr 2011. “Das ist ein Zeichen für die Attraktivität unserer Hochschulen“, sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan.

Gute berufliche Aussichten für Bachelor- und Masterabsolventen

Insgesamt kommen die Studienreformen in Deutschland gut voran. Im Wintersemester 2011/2012 waren 85 Prozent der über 15.000 Studiengänge auf Master und Bachelor umgestellt. Vor drei Jahren lag der Anteil noch bei 75 Prozent.

Rund 1,3 Millionen Studierende waren in Bachelor- und Masterstudiengängen eingeschrieben (60 Prozent aller Studierenden). Im WS 2008/2009 waren es erst 43Prozent.
Rund ein Viertel aller Bachelorabsolventen wollen ein Masterstudium anschließen. Neun von zehn Studierenden erhalten dabei einen Studienplatz an ihrer Wunschhochschule.

Der Übergang von Bachelor-Absolventen in den Beruf gelingt mittlerweile gut. Der Bologna-Bericht zitiert Studien, nach denen Bachelor- und Masterabsolventen gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Eine Befragung der Bachelorjahrgänge 2007 und 2008 ergab, dass nur vier Prozent der Universitäts- und sechs Prozent der Fachhochschulabsolventen eineinhalb Jahre nach ihrem Abschluss keinen Arbeitsplatz hatten.

Mit den Bologna-Reformen ist Deutschland für die neuen Herausforderungen im Bildungsbereich gewappnet. „Dazu zähle ich vor allem den wachsenden Fachkräftedarf, die fortschreitende Internationalisierung und die steigende Beteiligung der Bevölkerung an Hochschul- und Weiterbildung“, so Schavan.