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Donnerstag, 19. Januar 2012

Ideen erfolgreich umsetzen

Viele Kreative sind Kleinunternehmer. Damit aus guten Ideen auch wirtschaftliche Erfolge werden, benötigen die meisten von ihnen Unterstützung durch Beratung und Coaching. In Berlin trafen sich Kreativunternehmer und Experten jetzt zum Erfahrungsaustausch.

Das Treffen fand unter dem Titel „Zukunftswerkstatt Qualifizierung – spezifische Initiativen und Bedarf“ am 16. Januar im Rahmen der „Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft“ statt.

Repräsentanten von Universitäten, der Wirtschaftsförderung sowie Kultur- und Kreativunternehmer referierten dort über ihre Erfahrungen mit Beratung, Qualifizierung und Vernetzung und erörterten zukünftige Förderstrategien.

Weitere Informationen und Programm der Veranstaltung

Angebotslücke: Beratung für Kreative

Wie eine gute Idee in ein erfolgversprechendes Unternehmen umgesetzt werden kann, schilderte am Beispiel der eigenen Karriere Referent Lutz Woellert.

Er studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus und machte sich bereits während des Studiums mit einem Studienkollegen selbstständig. An seiner Hochschule fand er dabei wenig Unterstützung. „An der Universität gibt es kein Bewusstsein für Existenzgründung. Es gibt kaum Angebote“, beschrieb er die Situation.

Gute Ideen gefragt

Das gemeinsam mit Marcel Maas gegründete Unternehmen „42fueralle“ fing mit der Entwicklung von Computerspielen an. Bald entdeckten die Gründer, dass man mit spielerischen Mechanismen Veränderungsprozesse gestalten kann: in Unternehmen, Kommunen und anderen Institutionen. Das wollen sie nun unter anderem für Beratungen von Unternehmen nutzen.

Eine Idee, die Erfolg verspricht: Im Jahr 2010 sind die beiden Gründer mit dem Titel „Kultur- und Kreativpiloten Deutschland“ ausgezeichnet worden.

Professionalisierung durch Coaching

Sie erhielten unter anderem ein einjähriges Coaching für ihr Unternehmen. Woellert: "Dass wir in das Kultur- und Kreativpilotennetzwerk gerutscht sind, hat bei uns zu einem extremen Bewusstseinswandel geführt. Es war diese Kombination: Seid radikaler in Eurer Kreativität! Aber immer gekoppelt mit der Frage: Wie können wir damit unser Geld verdienen? Das hat uns vorher in den Beratungen noch keiner gesagt. Das Gute an dem Wettbewerb ist, dass die Betreuung über ein Jahr läuft, was wichtig ist, weil so ein Umdenken eine gewisse Zeit braucht."


Die Kultur- und Kreativwirtschaft gehört zu den wachstumsstärksten Branchen der Weltwirtschaft. Sie bietet Chancen für mehr Arbeitsplätze, Wirtschaftswachstum und Innovation. Um dieses Potenzial weiter zu erschließen haben das Bundeswirtschaftsministerium und der Kulturstaatsminister gemeinsam die Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft ins Leben gerufen. Sie bietet unter anderem in Regionalbüros Beratungsgespräche für Kreative an. Auch den Wettbewerb „Kultur- und Kreativpiloten Deutschland“ führt die Initiative durch.