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Sonntag, 11. Dezember 2011

Bildung ist in Afghanistan ein kostbares Gut

Landesweit wird gutes Lernen ermöglicht. Dazu wurden mehr als 200 Schulen renoviert oder neu gebaut. Das ist nur ein Teil des Investitionsprogramms, an dem sich Deutschland maßgeblich beteiligt.

Szenen von der Sayef - Shaheed Schule in Faisabad. Afghanistan Schule Neubau Wirtschaft Entwicklung Stadt Haus Kinder Unterricht LehrerinBild vergrößern Kinder in der Sayef-Shaheed-Schule in Faisabad Foto: Bundeswehr / Martin Stollberg

In Afghanistan mangelt es an gut ausgebildeten Lehrern. Die Ausstattung der Schulen ist oft nicht angemessen und ein professionelles Management nicht vorhanden. Mehr Kinder sollen eine qualitativ hochwertige Schulausbildung erhalten. Deshalb hat die afghanische Regierung ein Programm zur Verbesserung der Bildung aufgelegt, das "Education Quality Improvement Program“ (EQUIP).

Besseres Lernen wird ermöglicht

Dieses nationale Entwicklungsprogramm wird im Rahmen des afghanischen multilateralen Wiederaufbau- und Entwicklungsfonds "Afghanistan Reconstruction Trust Fund" (ARTF) mit Gebergeldern ko-finanziert werden. Der deutsche Beitrag im Rahmen von EQUIP trug dazu bei, dass bis heute die Lernbedingungen von über 150.000 Schülerinnen und mehr als 235.000 Schülern verbessert wurden. 224 Schulen wurden renoviert beziehungsweise neu gebaut.

Das Programm finanziert darüber hinaus Aus- und Weiterbildungen von Lehrern sowie ein verbessertes Management von Schulen. Die Gemeinden werden eingebunden, wenn es darum geht, Gebäude dauerhaft zu unterhalten. Die bereitgestellten Ressourcen wie Schulbücher, Bibliotheken und andere Unterrichtsmaterialien können sinnvoll genutzt werden.

Das Programm leistet damit einen wichtigen Beitrag 

  • zur Verbesserung der Bildungschancen von Mädchen und Jungen,
  • zur Gleichstellung der Geschlechter,
  • zur Konfliktprävention und
  • zur langfristigen Reduzierung von Armut.

Viele Länder beteiligen sich am Fonds

Der Fonds ARTF zielt darauf ab, in einem ganzheitlichen Ansatz die Eigenfinanzierungskapazitäten des afghanischen Staates zu stärken. Damit wird die Entwicklung in einem wichtigen Schlüsselsektor unterstützt und ein wichtiger Beitrag zur Stabilisierung Afghanistans geleistet.

Bereits seit seiner Gründung 2002 unterstützt die Bundesregierung den ARTF mit finanziellen Mitteln. Die KfW Entwicklungsbank berät das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung vor Ort bei der Ausgestaltung des Fonds. Der Fonds wurde in den vergangenen neun Jahren von mehr als 30 Staaten und Organisationen unterstützt. Dazu gehören neben Deutschland unter anderem die EU, Großbritannien, Kanada, die Niederlande, Norwegen und die USA. Deutschland wird bis Ende 2011 283 Millionen Euro in den ARTF einzahlen.

Der Fonds gliedert sich in zwei Investitionsbereiche auf. Er finanziert wiederkehrende Ausgaben wie die Gehälter ziviler Staatsbediensteter. Das betrifft insbesondere Lehrerinnen und Lehrer. Außerdem wurde ein Anreizprogramm geschaffen, indem Auszahlungen an die Umsetzung von Reformen gebunden werden. Dies erlaubt der afghanischen Regierung, oftmals schwierige Reformprozesse mit Unterstützung der Gebergemeinschaft anzugehen.

Daneben gibt es noch einen zweiten Investitionsbereich. Dort werden neben dem erfolgreichen "National Solidarity Program" zur ländlichen Entwicklung auch Programme in den Sektoren Landwirtschaft, Infrastruktur, menschliche Entwicklung und gute Regierungsführung unterstützt.