Donnerstag, 8. Dezember 2011
Deutschland wirbt um neuen Klimafonds
Bundesumweltminister Norbert Röttgen hat auf der UN-Klimakonferenz in Durban angeboten, den neuen Klimafonds in Deutschland anzusiedeln. Ein Sitz in Bonn wäre denkbar, wo schon das UN-Klimasekretariat seinen Standort hat.
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Erde mit Ozonschicht
Foto: picture-alliance/ dpa
Die UN-Klimakonferenz hatte 2010 in Cancún beschlossen, einen sogenannten „Green Climate Fund“ einzurichten. Er soll ärmeren Ländern bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels helfen. „Der Green Climate Fund hat aus unserer Sicht eine sehr, sehr hohe Bedeutung" sagte Röttgen. Die Klimafinanzierung sei für Entwicklungsländer unverzichtbar, um Treibhaus-Gase zu verringern“. Deshalb sei entscheidend, dass die Industrieländer in Sachen Klimapolitik verlässlich seien, so Röttgen.
Ziel der Klimakonferenz in Durban ist es, erste arbeitsfähige Strukturen für den „Green Climate Fund“ zu schaffen. Ab 2013 soll der Fonds aufgebaut werden. Die Entwicklungsländer sollen dann jährlich 100 Milliarden Dollar (74 Milliarden Euro) erhalten. Sie können ab 2020 zur Anpassung an den Klimawandel und für den Klimaschutz eingesetzt werden. Damit lassen sich Maßnahmen zur Minderung der Treibhausgase oder für den Schutz der Wälder finanzieren.
Gemeinsam vorankommen
Gemeinsam ein rechtlich verbindliches Abkommen anzustreben, das forderte Bundesminister Röttgen in seiner Rede gestern vor den Teilnehmern der Weltklimakonferenz. Es sei noch nicht zu spät dafür. Er rief alle Länder auf „an Bord zu kommen“. Die Zusagen der EU allein reichten nicht, um die Erderwärmung auf maximal zwei weitere Grad Celsius zu begrenzen - so wie auf der letzten Klimakonferenz in Cancún vereinbart.
Deutschland hatte 2010 bereits 1,25 Milliarden Euro für internationale Klimaprojekte ausgegeben. 2011 sind es rund 1,8 Milliarden Euro. Mit diesen Mitteln seinen rund 100 Länder unterstützt worden, so Röttgen. Er kündigte an, 40 Millionen Euro für 2012 und 2013 bereitzustellen, zusätzlich zu bereits geplanten Zusagen für den Klimafonds.
Hilfe für Gastgeber Südafrika
Der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dirk Niebel, kündigte während der UN-Klimaverhandlungen an, die Unterstützung des südlichen Afrika beim Klimaschutz mit zusätzlichen 120 Millionen Euro weiter auszubauen.
"Afrikas riesige erneuerbare Energiequellen – Solar, Wind, Geothermie und Wasserkraft – sind der Schlüssel für Energiesicherheit, Wirtschaftswachstum und regionale Integration. Gerade für die ländliche Bevölkerung kann der Zugang zu erneuerbarer und nachhaltiger Energie wichtiger Teil der Antwort auf Armut und Perspektivlosigkeit sein", so der Bundesminister.
Mit den zusätzlichen Mitteln werden zwei Projekte gefördert: Die Erzeugung von Solarstrom in Südafrika und die regionale Vernetzung der klimafreundlichen Stromerzeugung im südlichen Afrika.
