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Mittwoch, 30. November 2011

Demografischer Wandel

Alter hat Zukunft

Die Bundesregierung will, dass die Menschen bis ins hohe Alter aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Ihre Potenziale sollen für unsere Gesellschaft erhalten bleiben. Dabei kommt der Forschung eine entscheidende Rolle zu.

Akademielehrgang Betriebswirt im Berufs- und TechnologiezentrumBild vergrößern Aktivität ist keine Frage des Alters Foto: Ulf Dieter

Die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland ist heute so hoch wie nie zuvor – und sie wird voraussichtlich noch weiter steigen. Nach einer Prognose des Statistischen Bundesamtes wird im Jahr 2030 etwa die Hälfte der Menschen hierzulande über 50 alt sein. Fast jeder Dritte ist dann 65 Jahre oder älter.

Um auf diese Entwicklung zu reagieren, hat das Bundeskabinett heute die „Forschungsagenda der Bundesregierung zum demografischen Wandel: Das Alter hat Zukunft“ beschlossen. Darin werden die wichtigsten Fragen der Forschung zum demografischen Wandel zusammen gefasst, Forschungsfelder definiert und die Forschungsförderung der einzelnen Ministerien koordiniert. Außerdem sollen Vorurteile abgebaut und durch ein realistisches und differenziertes Bild vom Alter in der Gesellschaft ersetzt werden.

Im Mittelpunkt steht der Mensch

Im Fokus der Forschung stehen insbesondere ältere Menschen, also diejenigen, die sich in den letzten Jahren ihres Berufslebens befinden oder bereits aus dem Berufsleben ausgeschieden sind. Sechs Forschungsfelder wurden identifiziert.

Die Forschung soll beispielsweise dabei helfen, dass die Menschen besser als heute bei guter Gesundheit älter werden. Sie sollen auch länger aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Zur Lebensqualität im Alter gehören aber die Mobilität der Menschen, das sichere und selbstständige Wohnen und die Qualität der Pflege.

Es geht aber auch darum, die Qualifikationen und Erfahrungen der älteren Generation von Wirtschaft und Gesellschaft besser zu nutzen. Die Auswirkungen des Alterns auf die Gesellschaft sind ein weiteres Forschungsfeld.

Forschung wird interdisziplinär angelegt

Das heißt: Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sowie auch Ärzte und Psychologen, Naturwissenschaftler oder Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler arbeiten fächerübergreifend zusammen.

Die Bundesregierung richtet gleichzeitig ihre Forschungsprogramme konsequent auf die neue Altersstruktur der Gesellschaft aus. Beispielsweise gibt es im Rahmenprogramm „Gesundheitsforschung“ den Schwerpunkt Verbesserung der Prävention, Diagnose und Therapie von Krankheiten, die besonders im Alter auftreten.

Ein weiteres Beispiel: Das Programm „Informations- und Kommunikationstechnologien 2020“. Gefördert werden die Entwicklung von Mobilitäts- und Kommunikationstechnologien, die die gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen unterstützen.

Auch die Forschungsprogramme zum lebenslangen Lernen, zur Arbeitsplatzgestaltung, zu Produktionstechnologien und zu innovativen Dienstleistungen werden weiterentwickelt. So sollen ältere Menschen künftig ihr Wissen und ihre Erfahrungen noch besser und länger in die Gesellschaft einbringen können – sei es beruflich, privat oder im Ehrenamt.

Den demografischen Wandel gestalten

Der demografische Wandel ist nicht mehr umkehrbar. Es gilt ihn daher zu gestalten und die Chancen zu nutzen. Davon hängt unsere Zukunft ab.

Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Wir sind uns einig darüber, dass unsere Zukunftschancen, auch angesichts der demografischen Veränderungen, vor allen Dingen in dem Erfolg bei Innovation, in der Kreativität der Menschen in unserem Lande und in der produktiven Unruhe, weiter nach der besten Lösung zu suchen, liegen.“

Die Forschungsagenda knüpft an den kürzlich vorgestellten Demografiebericht an und wird in die Demografiestrategie einfließen, die im kommenden Frühjahr durch die Bundesregierung vorgelegt wird.