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Freitag, 8. Oktober 2010

Friedensnobelpreis für Liu Xiaobo

Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr an den chinesischen Bürgerrechtler Liu Xiaobo. Das Nobelpreiskomitee in Oslo würdigt damit seinen "langen, gewaltlosen Kampf" für die Menschenrechte in China. Der inhaftierte Schriftsteller kämpft seit mehr als 20 Jahren für Demokratie und Menschenrechte in seinem Land.

Liu Xiaobo war im Dezember vergangenen Jahres wegen Veröffentlichung der sogenannten "Charta 08" zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Darin setzen sich er und seine Mitstreiter für weitreichende Reformen in China ein. Das sozialkritische Manifest ruft zu mehr Demokratie und Beachtung der Menschenrechte in China auf.

Deutschland hat sich bereits früher für eine Freilassung Liu Xiaobos eingesetzt. Regierungssprecher Steffen Seibert betonte, dass die Bundesregierung dies auch jetzt wieder tun werde. Die Bundeskanzlerin hofft, dass Liu Xiaobo aus der Haft freikommt und den Preis selber in Empfang nehmen kann.  

Auszeichnung für einen mutigen Mann

Die Bundesregierung beglückwünschte den chinesischen Preisträger. Liu sei ein mutiger Mann, der in seiner Heimat Demokratie und Menschenrechten zur Durchsetzung verhelfen wolle, sagte Seibert. Andererseits wisse der Bürgerrechtler, dass es sich um einen langwierigen und mühseligen Prozess handele, der unter allen Umständen gewaltfrei bleiben müsse.

Die Liste der Kandidaten für den diesjährigen Friedensnobelpreis war mit 237 Nominierungen, darunter 38 Organisationen, so lang wie noch nie. Auch Altbundeskanzler Helmut Kohl war aufgrund seiner Verdienste um die Deutsche Einheit als Favorit gehandelt worden, ebenso die afghanische Ärztin und Frauenrechtlerin Sima Samar.

Der Friedensnobelpreis ist eine Auszeichnung für besondere Verdienste in der Friedensarbeit. Er wurde von dem schwedischen Erfinder und Industriellen Alfred Nobel gestiftet. Die Preisverleihung findet traditionell am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters, in Oslo statt. Der Preis soll für die Beiträge zur Verbrüderung zwischen den Völkern, die Verminderung oder Abschaffung von Heeren und die Förderung von Friedenskongressen vergeben werden.