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Montag, 6. September 2010

Wachstum von Drei plus X möglich

Atemberaubende Wachstumsdynamik, enormer Schwung, Rekordzuwachs. Mit diesen Worten charakterisiert die KfW Bankengruppe das Wachstum der deutschen Wirtschaft. Im zweiten Quartal stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Dies ist der höchste Zuwachs seit der Wiedervereinigung.

Für das dritte Quartal prognostizieren die KfW-Experten ein geringeres, wenn auch immer noch sehr kräftiges Wachstum.

Der Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe, Dr. Norbert Irsch beurteilte die aktuell hohe Dynamik als "eine gute Chance, den Kriseneinbruch in Deutschland deutlich schneller zu überwinden als noch vor wenigen Monaten gedacht".

Export profitiert von Wettbewerbsfähigkeit

Die Nettoexporte steuerten 0,8 Prozentpunkte beziehungsweise rund ein Drittel zum Quartalswachstum bei. Dabei profitierten die Exportunternehmen von der reichen Produktpalette, die aus Investitions- und qualitativ hochwertigen Konsumgütern besteht. Gleichzeitig kam ihnen der relativ niedrige Euro-Kurs zu Gute.

Deutschland ist „Europas Motor“

Auch der Ökonom Bert Rürup lobt die deutsche Wirtschaftskraft: Seit der Rezession in den Jahren 2001/2002 habe sich der Standort Deutschland "vom kranken Mann" zu Europas treibender Kraft entwickelt.

 

Mit knapp 41.000 US-Dollar belegt Deutschland 2009 laut IWF Platz 18 im weltweiten Vergleich des BIP pro Kopf. Damit liegt die Bundesrepublik noch vor Japan und erwirtschaftet je Einwohner zehnmal so viel wie China.

Erfolg durch Kompetenz

Als Erfolgsfaktoren sieht Rürup zum einen die umfassenden Reformen der Arbeitsmarkt-, Steuer- und Rentenpolitik in den letzten zehn Jahren.

Zum anderen hebt er die Leistungsfähigkeit deutscher Unternehmen hervor. "Der wichtigste Grund der deutschen Exporterfolge sind nicht Sozialabbau oder Lohnzurückhaltung, sondern die technologische Kompetenz der deutschen Industrie“, so Rürup.