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Montag, 6. September 2010

Wachsam im Netz

Internet-Nutzer müssen sich besser gegen Kriminalität wappnen. Das Bundeskriminalamt und der Branchenverband Bitkom warnen besonders vor neuen Formen des Betrugs.

Das Bundeskriminalamt hat Internet-Nutzer zu mehr Wachsamkeit im Netz aufgerufen. "Kriminelle kapern vermehrt Rechner argloser Nutzer, um Straftaten zu begehen und dabei möglichst unerkannt zu bleiben“, sagte BKA-Chef Jörg Ziercke auf einer Pressekonferenz in Berlin. Darum sei die aktive Mitwirkung der Internet-Nutzer im Kampf gegen Internet-Kriminalität immer wichtiger. "Immer noch surft jeder Fünfte ohne Virenschutz, und es gibt weiter Aufklärungsbedarf zum Umgang mit persönlichen Daten", erklärte Dieter Kempf vom Internet-Verband Bitkom.

Die Bundesregierung plant eine moderne Internetpolitik: Bundesinnenminister Thomas de Maizière kündigt dazu eine breit angelegte Initiative an: „Im Herbst wird es ein Eckpunktepapier geben zu der Frage, was die Rolle des Staates im Internet ist und wie er die Freiheit im Internet schützen kann“. Die konkrete Umsetzung sei ein Vorhaben für die nächsten Jahre, einschließlich internationaler Abkommen. Wichtige Inhalte sind Datensicherheit, der Schutz des Persönlichkeitsrechtes und die Frage, wie der Staat Kriminalität im Internet bekämpfen kann.

Viren verbreiten sich weiter

Viren und andere Schadprogramme sind die häufigste Form der Online-Kriminalität. 43 Prozent der Nutzer ab 14 Jahren mussten im laufenden Jahr Erfahrungen mit infizierten Rechnern machen. 2009 waren es noch 38 Prozent, ergab eine Umfrage. „Schadprogramme können nicht nur Rechner lahmlegen, sondern spähen vermehrt digitale Identitäten aus", warnte Kempf. 3,5 Millionen Bürgerinnen und Bürgern wurden schon einmal persönliche Zugangsdaten gestohlen. BKA-Präsident Ziercke: „Betrüger haben es auf Benutzernamen und Codes für Shops und Auktionshäuser, Communitys, Foren und E-Mail-Konten abgesehen." Jeder 20. Nutzer hat laut Bitkom durch Datendiebstähle oder Schadprogramme bereits Geld verloren. Mehr als jeder zehnte sei bei Internet-Geschäften betrogen worden, zum Beispiel bei Bestellungen, Auktionen oder einem privaten Verkauf.

Neue Mobiltelefone gefährdet

Mittlerweile sind auch sogenannte Smart-Phones Ziel krimineller Angriffe. Auf einigen dieser meist internet-tauglichen Funktelefone wurden bereits Spiele-Anwendungen beobachtet, die im Hintergrund unerkannt teure Kurznachrichten verschickten.

Bundeskriminalamt und Bitkom kündigten regelmäßige Gespräche zum Thema an. Wirtschaft und Polizei können so ihren Austausch weiter vertiefen.