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Freitag, 3. September 2010

Pulsierende Lebensadern zwischen Ost und West

Ob Straßen, Schienen oder Wasserwege - eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur herzustellen, gehörte zu den Schwerpunkten der Verkehrspolitik im wiedervereinten Deutschland. Die Bundesregierung investiert insgesamt 39,4 Milliarden Euro.

Blick auf die Baustelle am Bahnhof Schönebeck-Bad Salzelmen (Salzlandkreis)Bild vergrößern Verkehrsinfrastruktur ist verbessert worden Foto: picture-alliance/ZB

Als 1989 in Berlin die Mauer fiel, konnten die Menschen nach 40 Jahren endlich wieder ungehindert von Ost nach West und in die umgekehrte Richtung reisen.

Direkt nach der Wiedervereinigung startete die damalige Bundesregierung damit, die jahrzehntelang unterbrochenen Verkehrswege zusammenzuführen und gekappte Lebensadern wieder herzustellen. Am 9. April 1991 wurde dazu das Programm "Verkehrsprojekte Deutsche Einheit" (VDE) mit 17 konkreten Vorhaben beschlossen, um die desolate osteutsche Infrastruktur zu beheben.

Eine neue Infrastruktur geschaffen

"Mit den Verkehrsprojekten Deutsche Einheit haben wir seit 1991 Gewaltiges geleistet", sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer bei der Vorstellung der Bilanz nach zwanzig Jahren. Das  Programm setzt sich aus neun Schienen- und sieben Autobahnvorhaben sowie einem Wasserstraßenprojekt zusammen. Insgesamt hat es ein Volumen von 39,4 Milliarden Euro.

Bis Ende 2009 sind davon bereits mehr als 29,6 Milliarden Euro investiert worden. Davon entfallen auf

• den Bereich Schiene rund 13,7 Milliarden (Gesamtinvestitionen 20,2 Milliarden Euro),

• den Bereich Straße rund14,4 Milliarden (Gesamtinvestitionen 16,9 Milliarden Euro) und

• den Bereich Wasserstraße rund 1,5 Milliarden (Gesamtinvestitionen 2,3).

Vieles auf die Schiene gesetzt

Im Schienenverkehr wurden der Güterverkehrsanschluss der neuen Bundesländer sowie der Personennahverkehr verbessert. Aber auch Bahnhöfe wurden und werden saniert und Strecken optimiert. Insbesondere die Verbindungen nach Berlin wurden modernisiert.

Damit ist Reisen schneller geworden: Von Hamburg nach Berlin dauert es nur noch anderthalb Stunden – 1990 waren es noch gute vier Stunden.

850 Kilometer Autobahn neu gebaut

Im Bereich Straße sind mehr als 1.845 Kilometer bereits unter Verkehr und weitere etwa 70 Kilometer im Bau. 850 Kilometer Autobahnen wurden neu gebaut oder auf sechs Fahrstreifen erweitert. Zudem konnten über hundert Ortsumgehungen fertig gestellt werden.

Schwerpunkte der Investitionen in das Wasserstraßenprojekt sind der Mittellandkanal, der Elbe-Havel-Kanal und das Wasserstraßenkreuz Magdeburg. Der Ausbau erfolgt umweltverträglich schrittweise von West nach Ost.

Mobilität verbessert die Lebensqualität

Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben – unterstützt durch die VDE – eine beachtliche wirtschaftliche Entwicklung genommen. Aber auch die ehemaligen Zonenrandgebiete von Bayern, Hessen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein profitieren heute von einer deutlich verbesserten Infrastruktur.

Mehr als drei Viertel der Gesamtinvestitionen des ehrgeizigen Programms für die Sanierung und Modernisierung von unterbrochenen Verkehrswegen sind bereits erfolgt. Die Bundesregierung räumt der Entwicklung der Infrastruktur auch in Zukunft einen hohen Stellenwert ein.

„Trotz der notwendigen Konsolidierung des Bundeshaushalts werden wir die Verkehrsprojekte Deutsche Einheit weiter vorantreiben,“ so Ramsauer. Denn Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur verbessern die Standortbedingungen für die Wirtschaft und die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger.