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Freitag, 3. September 2010

Handel mit Osteuropa stützt deutsche Konjunktur

Nicht nur der Export in die Länder Mittel- und Osteuropas – auch der Import nach Deutschland ist im ersten Halbjahr 2010 zweistellig gewachsen. Der Anteil am deutschen Handel ist damit größer als der Warenaustausch mit China oder den USA.

Container Terminal im Hamburger HafenBild vergrößern Exporte tragen den Aufschwung Foto: Sebastian Bolesch

Der Ostausschuss der deutschen Wirtschaft zeigt sich zufrieden über die neuesten Handelszahlen: Die positiven Entwicklungen hätten jetzt auch die Länder des östlichen Europas erfasst, die in besonderem Maße unter der Weltwirtschaftskrise zu leiden hatten.

Die Länder Mittel- und Osteuropas erreichten im ersten Halbjahr 2010 zusammen einen Anteil von 12,6 Prozent am gesamten deutschen Handel. Insgesamt wurden mit dieser Region Waren im Wert von 102 Milliarden Euro ausgetauscht. Zum Vergleich: Der Anteil Chinas am gesamten deutschen Handel lag bei sieben Prozent, die USA kommen auf sechs Prozent.

Trendwende im Handel mit Osteuropa

Deutschland lieferte in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres rund 15 Prozent mehr Waren nach Mittel- und Osteuropa als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Mit fast allen Handelspartnern zeichnen sich schon jetzt zweistellige Zuwächse im Export und Import für das Gesamtjahr ab.

Der Vorsitzende des Ost-Ausschusses, Klaus Mangold betonte: "Es zahlt sich jetzt aus, dass die deutsche Wirtschaft den Ländern Osteuropas auch in der tiefsten Krise immer ein verlässlicher Partner war."

Rohstofflieferanten profitieren

Das Nachfrageplus (25 Prozent im ersten Halbjahr 2010) zeigt: Deutschland ist ein starker Impulsgeber für die osteuropäische Wirtschaft.

Besonders profitieren die vier wichtigen Rohstoff-Länder Russland (+38 Prozent), Kasachstan (+95 Prozent), Aserbaidschan (+32 Prozent) und Turkmenistan (+66 Prozent). Aber auch in Polen und Rumänien kam die stärkere deutsche Nachfrage an.

Auch die mittel- und osteuropäischen Länder profitieren von Deutschlands starkem Wachstum. Denn der deutsche Import aus der Region stieg noch stärker als der Export nach Osteuropa.