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Freitag, 3. September 2010

Nur geringe Einbußen bei der Ernte

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner hat eine Bilanz der landwirtschaftlichen Ernte gezogen. Zwar sind die Erträge leicht zurückgegangen, doch besteht kein Anlass zur Sorge. Die Versorgung ist sicher, die Preise bleiben normal.

„Gerade in diesem Jahr ist den Verbraucherinnen und Verbrauchern wie den Landwirten besonders drastisch vor Augen geführt worden, dass Landwirtschaft unter freiem Himmel stattfindet, und nicht im Gewächshaus“, betonte Aigner in Berlin.

Extreme Witterungsbedingungen in der Jahresmitte, große Trockenheit und starke Niederschläge haben zu deutlichen Ertragseinbußen geführt. So ging die Getreideernte um 12 Prozent zurück – gegenüber der Rekordernte des Vorjahres. Gleichzeitig nahm die Anbaufläche um 3,9 Prozent ab. Dennoch liegen die Erntemengen immer noch deutlich über den Erträgen in den Jahren 2003 und 2007.

Europaweit zeichnet sich eine Getreideernte von 279 Millionen Tonnen ab: etwa fünf Prozent weniger als im Vorjahr. Dabei wurden circa 127 Millionen Tonnen Weizen geerntet.

Ernteausfälle nach Katastrophen

Weltweit dürften im Wirtschaftsjahr 2010/11 rund 1,75 Milliarden Tonnen Getreide eingebracht werden, davon 646 Millionen Tonnen Weizen. Das sind auf hohem Niveau rund zwei Prozent weniger als im Vorjahr.

Ernteausfälle gibt es vor allem in osteuropäischen Ländern, etwa in Russland aufgrund von Hitze und Waldbränden. Die USA hingegen erwarten eine gute Ernte.

Die Erzeugerpreise in Deutschland bewegen sich je nach Getreideart derzeit zwischen 50 und 100 Prozent über dem niedrigen Niveau von 2009. Prognosen für die weitere Preis-entwicklung sind schwierig, da das Marktgeschehen zur Zeit starken Schwankungen unterliegt.

Aigner wies darauf hin, dass die EU-Nachbarn Deutschland nach wie vor um seine niedrigen Lebensmittelpreise und das hohe Qualitätsniveau beneideten.