Donnerstag, 2. September 2010
Deutschland ist Konjunkturlokomotive in Europa
Mit 2,2 Prozent Wachstum im Vergleich zum Vormonat hat Deutschland im Frühjahr die wirtschaftliche Erholung im Euroraum vorangetrieben. Im zweiten Quartal 2010 stieg das Bruttoinlandsprodukt im Euroraum um ein Prozent. Das teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat auf der Basis erster Schätzungen mit.
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Wirtschaft zieht an
Foto: picture alliance / dpa
Im Vergleich zum Vorquartal stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen April und Juni sowohl im Euroraum als auch in der gesamten EU um ein Prozent. Im ersten Quartal 2010 hatten die entsprechenden Wachstumsraten in beiden Gebieten bei 0,3 Prozent gelegen.
Deutschland trug dabei überdurchschnittlich zum Wachstum in Europa bei. Übertroffen wurde das hiesige Konjunkturplus noch von Finnland (plus 3,1 Prozent) und Litauen (plus 3,2 Prozent).
Exporte und Konsum wachsen
Nicht nur die Exporte und die Investitionen wuchsen erfreulich stark. Auch die Konsumausgaben der privaten Haushalte im Euroraum und in den 27 EU-Ländern insgesamt stiegen um 0,5 Prozent (nach +0,2 Prozent beziehungsweise +0,1 Prozent im Vorquartal).
Für das Gesamtjahr prognostiziert die Europäische Zentralbank (EZB) für den Euro-Raum ein stärkeres Wachstum als zuletzt. Die EZB erhöhte ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum von 1,0 (Spanne: 0,7 bis 1,3) auf 1,6 (1,4 bis 1,8) Prozent.
Optimistisch für 2011
Auch für das kommende Jahr sind die Notenbankexperten laut EZB-Präsident Jean-Claude Trichet optimistischer: Statt 1,2 (0,2 bis 2,2) Prozent erwarten sie nun einen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts von 1,4 (0,5 bis 2,3) Prozent.
Für Deutschland prognostizieren Forschungsinstitute für den Herbst einen weiteren Anstieg der Konjunktur. So signalisiert das DIW-Konjunkturbarometer für das dritte Quartal 2010 ein Wachstum von 0,9 Prozent. Erfreulich auch: Das Geschäftsklima im Mittelstand bleibt auf hohem Niveau.
