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Dienstag, 27. Juli 2010

Villa Romana in Berlin

Die Villa Romana in Florenz ist seit über hundert Jahren ein Forum für deutsche Künstlerinnen und Künstler in Italien. Der gleichnamige Preis ist mit einem Studienaufenthalt vor Ort verbunden. Das Künstlerhaus stellt sich mit Arbeiten der Preisträgerinnen und Preisträger 2009 und 2010 zum ersten Mal in Berlin vor.

HAW Pavillon von Martin Pfeifle im Rahmen der Ausstellung "Alloro" im Haus am Waldsee, Berlin Bild vergrößern Installation von Martin Pfeifle Foto: Haus am Waldsee

"Alloro" - deutsch "Lorbeer" - lautet der Titel der Ausstellung. Sie vereint  Arbeiten von acht Künstlerinnen und Künstlern, die mit dem Villa-Romana-Preis ausgezeichnet wurden: Anna Heidenhain, Sebastian Dacey, Anna Möller und Martin Pfeifle im Jahr 2010, Olivier Foulon, Kalin Lindena, Eske Schlüters und Benjamin Yavuzsoy im Jahr davor.

 

In der Ausstellung im Berliner "Haus am Waldsee" zeigen sie zum Teil ganz neue Werke: Rauminstallationen, Gemälde, Videos und Papierarbeiten. Einige von ihnen - wie Martin Pfeifles Labyrinth im Garten oder Anna Möllers im Raum verteilte Papierfaltungen – stehen in engem Bezug zu den Ausstellungsräumen. Andere spiegeln etwas von der Arbeitssituation in Florenz wider, wie etwa Kalin Lindenas Fragmente aus Papier.

Ältester deutscher Kunstpreis

Der Villa-Romana-Preis gilt als der älteste deutsche Kunstpreis. 1905 hatte der deutsche Künstler Max Klinger die Villa an der Florentiner Via Senese erworben und dem Deutschen Künstlerbund übergeben. Über Jahrzehnte entwickelte sich die Villa zu einem wichtigen Forum für Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland. Schon vor dem ersten Weltkrieg waren Max Beckmann, Georg Kolbe und Käthe Kollwitz als Träger des Villa-Romana-Preises zu Gast in Florenz.

Freiräume für deutsche Künstlerinnen und Künstler

Auch während des Zweiten Weltkrieges gelang es der Leitung des Hauses, in der Villa Freiräume für in Deutschland missliebige deutsche Künstlerinnen und Künstler zu erhalten. 1944 wurde die Villa von den Alliierten beschlagnahmt. Seit ihrer Wiedereröffnung im Jahr 1958 waren hier zahlreiche, inzwischen international bekannte Künstlerinnen und Künstler zu Gast, unter ihnen Georg Baselitz, Markus Lüpertz, Katharina Grosse und Michael Buthe. 

Heute gewährt die Villa Romana alljährlich vier Künstlerinnen und Künstlern ein jeweils zehnmonatiges Stipendium. Finanziert werden die Arbeitsaufenthalte vom Verein Villa Romana e.V. Er wird zur Hälfte vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien getragen. Privater Hauptsponsor ist die Kulturstiftung der Deutschen Bank.