Mittwoch, 28. Juli 2010
Kräftiges Konjunkturwachstum im zweiten Quartal
Die deutsche Wirtschaft wächst im zweiten Vierteljahr 2010 um 1,1 Prozent. Dieser Spitzenwert im Euroraum ist vor allem auf die günstige Entwicklung des Außenhandels zurückzuführen. Das ermittelte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) in seinem Konjunkturbarometer für den Juli.
Die Produktion der Automobilindustrie und der chemischen Industrie liegt bereits wieder in der Nähe der Höchststände vor der Wirtschaftskrise. Dies teilte das DIW mit. Auch die wichtige Maschinenbaubranche konnte Einbrüche zu einem Gutteil aufholen.
„Der heftige Produktionseinbruch in Deutschland nach dem Ausbruch der Finanzkrise hatte zwar mit dem deutschen Exportmodell zu tun. Dieses ermöglichte aber auch die starke Erholung im Anschluss daran“, erklärte DIW-Konjunkturexperte Vladimir Kuzin. Die Inlandsnachfrage dagegen entwickele sich derzeit noch zögerlicher.
Keine Sorge vor „Kreditklemme“
Eine weitere gute Nachricht ist: Den Unternehmen fällt es wieder leichter, Kredite zu bekommen. Wie ifo mitteilt, sinkt die sogenannte „Kredithürde“ merklich in allen untersuchten Branchen.
Gerade kleine Unternehmen profitieren von dieser positiven Entwicklung. Nur 30,5 Prozent klagen noch über eine zurückhaltende Kreditvergabe der Finanzinstitute. Das ist ein Rückgang um über fünf Prozentpunkte gegenüber der letzten Untersuchung. Die gleichen Werte betragen fast drei Prozentpunkte auf 30,0 Prozent bei mittleren Unternehmen und 2,8 Prozentpunkte auf 36,7 Prozent bei großen Unternehmen.
Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das eine merkliche Verbesserung. Noch im Juli 2009 klagten über 45 Prozent der untersuchten Firmen über eine „Kreditklemme“. Bei der konjunkturellen Erholung stehen die Banken also nicht auf der Bremse.
