Freitag, 23. Juli 2010
Geschäftsklima: Größter Sprung seit Wiedervereinigung
"Die Wirtschaft ist in Partylaune." So fasst der Präsident des Münchener Instituts für Wirtschafsforschung ifo, Hans-Werner Sinn, den jüngsten Anstieg des Geschäftsklimaindexes zusammen.
Gegenüber Juni stieg der Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft um 5,4 Punkte auf 106,2.
Stimmung erhellt sich erheblich auf
Die augenblickliche Lage schätzen die Unternehmen erheblich besser ein als im Vormonat: plus 5,6 Punkte auf 106,8. Auch die Erwartungen für die nächsten sechs Monate sind mit plus fünf Punkten im Steigflug und erreichen 105,6.
Das Dienstleistungsgewerbe zeigt den gleichen Trend beim Klima mit plus 2,5 Punkten auf 18,0 und der Einschätzung der augenblicklichen Lage mit plus sechs Punkten auf 20,0. Bei der Einschätzung der nächsten sechs Monate bleiben die Dienstleister mit 26 Punkten ähnlich zuversichtlich wie bislang.
Steigende Auslastung bedeutet mehr Arbeitsplätze
„Diese Zunahme ist der größte Sprung nach oben seit der Wiedervereinigung“, so Sinn. Die Firmen sehen weiterhin gute Exportchancen, die Auslastung in der Industrie steigt wieder.
Besonders positive Aspekte sind die Auswirkungen auf die Personalplanungen. Sie zeigen in vielen Bereichen in Richtung Beschäftigungsaufbau. Das bestätigen auch Meldungen der Dax-Unternehmen, bei denen immer weniger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kurz arbeiten.
Deutschland Stimmungslokomotive der europäischen Wirtschaft
Der vom Marktforschungsinstitut Markit in London erhobene europäische Einkaufsmanagerindex legte in Industrie und Dienstleistungssektor leicht zu.
Dies sei allein vom deutlichen Stimmungsanstieg in Deutschland getrieben, stellt Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson gegenüber der Presse fest. Die deutschen Industrie- und Dienstleistungsindices signalisierten mit ihrem hohen Niveau ein außergewöhnliches Expansionstempo.
