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Donnerstag, 22. Juli 2010

Neues Batteriezentrum in Ulm

Das Zentrum für Sonnenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) errichtet in Ulm ein neues Gebäude für die Entwicklung von Hochleistungsbatterien. Das ZSW-Labor für Batterietechnologie, kurz „eLaB“, wird auf 6.600 Quadratmetern Platz für technische Anlagen zur Herstellung von Lithium-Ionen Zellen und für Batteriesicherheitstests bieten.

Damit entsteht ein einmaliges Dienstleistungszentrum für die Fahrzeugbatterie-Industrie, die sich derzeit im Aufbau befindet. 2011 soll das Labor bezugsfertig sein. Heute haben mit dem Spatenstich die Baumaßnahmen begonnen.

„Elektrofahrzeuge müssen genauso sicher sein wie Fahrzeuge mit herkömmlichem Antrieb. Dazu brauchen wir umfassende Tests, um zum Beispiel das Unfallverhalten von Batterien zu ermitteln. Das Bundesverkehrsministerium fördert deshalb den Aufbau des Batterietestzentrums in Ulm mit rund 13 Millionen Euro. Mit dieser Investition stärken wir unsere nationale Kompetenz in Sachen Batterietechnologie erheblich“, so Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer in Berlin.

Batteriesysteme sind Schlüssel der Elektromobilität

Elektromobilität ist – in welcher Form auch immer – auf leistungsfähige, automobiltaugliche Batteriesysteme angewiesen. Derzeit existieren in Deutschland keine unabhängigen Test- und Prüfinstitutionen, die allen Anforderungen einer unabhängigen Bewertung genügen. Entwicklungs- und Qualifikationsinfrastrukturen müssen daher rasch ausgebaut werden.

Mit den neuen Anlagen werden am ZSW die Testmöglichkeiten für elektrochemische Stromquellen erheblich erweitert – unter den Aspekten Sicherheits-, Leistungs- und Lebensdauercharakteristika. Es soll eine umfassende Testeinrichtung für Erforschung und Entwicklung fahrzeugtauglicher Batterien entstehen. Die Anlagen werden auch für die Zusammenarbeit zwischen Industrie und Wissenschaft zur Verfügung stehen.

In unabhängigen Tests soll nachgewiesen werden, dass Batteriesysteme nicht nur alle Sicherheitsanforderungen erfüllen, sondern auch einer Vielzahl sehr anspruchsvoller Betriebsbedingungen gerecht werden - insbesondere im Hinblick auf die Verkehrssicherheit im automobilen Einsatz.

Ein wesentlicher Teil  des ZSW e-LaB wird deshalb den Sicherheitstests gewidmet. Es entsteht deshalb ein modernes Testfeld mit mehreren Sicherheitstestkammern und 20 Testkabinen mit Klimatisierung und ausgefeilter Messtechnik. Ein weiteres Highlight ist der Aufbau umfassender Testeinrichtungen für komplette Batteriesysteme. Damit lassen sich Batteriemanagement, Ladezustandsbestimmung, Fehlerdiagnose und Thermalhaushalt prüfen.

Finanzierung

Die Bundesregierung hat im Rahmen des Konjunkturpaketes II im Jahr 2009 beschlossen, den Ausbau der Zukunftstechnologien zu forcieren, die für die Elektromobilität erforderlich sind.

Dementsprechend fördert das BMVBS die Maßnahme beim ZSW aus Mitteln des Konjunkturpakets II mit insgesamt bis zu 13 Mio. €. Diese Mittel sind hauptsächlich für die Testinfrastruktur vorgesehen. 5 Mio. € entfallen davon auf die notwendigen Baumaßnahmen, um die vorgesehenen Räumlichkeiten zu errichten.

Vorgesehen sind ferner die Kofinanzierung durch Industriepartner. Für die Entwicklung anwendungsspezifischer Testmethoden sind derzeit zusätzliche Fördermaßnahmen mit einem Volumen von 1,6 Mio. € in Planung.

Das Land Baden-Württemberg fördert gesondert den Neubau eines Innovationszentrums Batterietechnologie, in dem schwerpunktmäßig Produktionstechnologien für Lithium-Ionen-Batterien erforscht werden. Die Stadt Ulm beteiligt sich über die städtische Projektentwicklungsgesellschaft durch die Errichtung und Vorfinanzierung des Bürotrakts.

BMBF und BMWi fördern aus Mitteln des Konjunkturpakets II die notwendige technische Ausstattung des Batterieproduktionslabors.

Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW), besteht seit 1988. Das Land Baden-Württemberg, Universitäten und Unternehmen haben es als gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts gegründet. Es ist ein renommiertes, international führendes Forschungsinstitut im Bereich der Batterieforschung. Es verfügt über langjährige Kooperations- und Entwicklungspartnerschaften insbesondere mit den beteiligten Industriezweigen (Automobil- und Zulieferindustrie, Batteriehersteller, Chemieindustrie), Forschungseinrichtungen und Universitäten.