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Montag, 19. Juli 2010

40 Jahre Kunstforum Ostdeutsche Galerie

Einige Kulturräume im östlichen Europa sind über Jahrhunderte auch von Deutschen geprägt worden. Ein Erbe, das bis in die Gegenwartskunst hinein wirkt. Ihm widmet sich seit vier Jahrzehnten das Kunstforum Ostdeutsche Galerie in Regensburg.

Schausammlung des Kunstforums Ostdeutsche GalerieBild vergrößern Blick in die Schausammlung Foto: Wolfram Schmidt, Regensburg

Ob Lovis Corinth, Max Pechstein und Otto Müller oder Sigmar Polke, Markus Lüpertz und Katharina Sieverding – sie alle sind in der Sammlung des Kunstforums Ostdeutsche Galerie vertreten. Gemeinsam ist ihnen, dass sie Wurzeln im Osten und Südosten Europas haben: in Schlesien, Ostpreußen oder Böhmen, in Rumänien oder der Ukraine.

Es sei das große Verdienst des Kunstforums, dass dieser Kontext nicht vergessen werde, erklärte Kulturstaatsminister Bernd Neumann in seiner Rede zum 40jährigen Bestehen des Museums. "Hier werden nicht nur zu Unrecht in Vergessenheit geratene Künstler neu entdeckt und eine hervorragende Arbeit in der Kunstvermittlung geleistet, sondern vor allem auch der Blick geöffnet auf das zeitgenössische künstlerische Geschehen in diesen Regionen heute," fuhr Neumann fort.

Gute Zusammenarbeit mit Partnern in Ostmitteleuropa

Portikus des klassizistischen Museumsgebäudes des KunstforumsBild vergrößern Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg Foto: Wolfram Schmidt, Regensburg

In den vergangenen zwanzig Jahren hat das Kunstforum die Zusammenarbeit mit Partnern aus Ostmitteleuropa weiter auf- und ausgebaut. "Das stärkt unser Gespür für die engen historischen und kulturellen Verflechtungen in der größer gewordenen Mitte Europas und vertieft auf diese Weise die europäische Integration", freute sich Neumann.

Gleichzeitig hat das Museum auch Brücken in den Westen Europas geschlagen. Das zeigt zum Beispiel die Lovis-Corinth-Ausstellung, die dem Museum 2008 einen Besucherrekord bescherte und auch in Frankreich zu sehen war.   

Wichtige Adresse für moderne Kunst

Heute ist das Museum eine der wichtigsten Adressen für moderne Kunst in der Region zwischen München und Nürnberg. Unter dem Motto "Erinnerung & Vision" präsentiert es seine Schausammlung in fünfzehn Themenräumen zur deutschen Kunst im östlichen Europa zwischen Romantik und Gegenwart.

Aktuelle Ausstellungen sind Marcin Maciejowski, dem Lovis-Corinth-Preisträger 2010, und Alfred Kubin (1877–1959) gewidmet. Gezeigt werden rund hundert Aquarelle und Zeichnungen dieses wohl eigenwilligsten Zeichners der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Getragen wird das Kunstforum Ostdeutsche Galerie von einer gleichnamigen Stiftung, die 1966 gegründet wurde. Zur Sammlung gehörten zunächst die Kunstsammlungen des Adalbert Stifter Vereins in München und der Künstlergilde Esslingen. Heute umfasst sie rund 2.500 Gemälde und Skulpturen sowie 30.000 Grafische Blätter. Seit 1970 ist die ostdeutsche Galerie in einem Museumsensemble im Stadtpark von Regensburg untergebracht. Die Finanzierung des Museums teilen sich der Bund, der Freistaat Bayern und die Stadt Regensburg. Aus dem Haushalt des Kulturstaatsministers wird die Stiftung in diesem Jahr mit 600.000 Euro gefördert.