Montag, 31. Mai 2010
Wissenschaftler und Künstler geehrt
Der "Orden Pour le mérite" ist eine der höchsten deutschen Auszeichnungen für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Künstlerinnen und Künstler. Die Ordensmitglieder trafen sich jetzt zu ihrer alljährlichen Tagung in Berlin.
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Orden Pour le Mérite
Foto: picture-alliance / Schroewig
Am Montag fand die zentrale Versammlung des Ordens im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt statt. Neben den Ordensmitgliedern nahmen zahlreiche Gäste aus Wissenschaft und Politik an der Veranstaltung teil. Gestern waren die Mitglieder auf Einladung von Kulturstaatsminister Bernd Neumann zum ersten Mal zusammengekommen.
Zurzeit hat der Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste 39 deutsche und 29 ausländische Mitglieder, unter ihnen 14 Nobelpreisträger. Im vergangenen Jahr waren die amerikanische Wirtschaftshistorikerin Lorraine Daston, der Islamwissenschaftler Josef van Ess und der Molekularbiologe Rudolf Jaenisch neu dazu gewählt worden.
Festes Aufnahmeritual
Auch ihre offizielle Aufnahme in den Orden folgte einem festen Ritual: Nach dem feierlichen Einzug der Ordensmitglieder und der Begrüßung durch den Ordenskanzler gedachte die Versammlung der im vergangenen Jahr verstorbenen Mitglieder Pina Pausch und Lord Ralf Dahrendorf.
Den Festvortrag hielt der Germanist Albrecht Schöne zum Thema "Der Kriegskommissar Goethe". Anschließend würdigten Laudatoren die wissenschaftlichen Verdienste der neuen Mitglieder, die dann ihre Ordenszeichen entgegennahmen.
Die US-Amerikanerin Lorraine Daston ist eine der anerkanntesten und produktivsten Wirtschaftshistorikerinnen. Nach Professuren an deutschen und amerikanischen Universitäten ist die mehrfach ausgezeichnete Wissenschaftlerin seit 1995 Direktorin am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin. Josef van Ess ist Islamwissenschaftler. Er widmet sich seit Jahrzehnten der Erforschung der islamischen Theologie. Bis zu seiner Emeritierung war van Ess Ordinarius am Seminar für Orientalistik der Universität Tübingen. Rudolf Jaenisch gilt als Begründer der Transgenetischen Wissenschaft, das heißt der Ausstattung von Tieren mit fremden Genen. Er ist einer der führenden Experten auf dem Gebiet des therapeutischen Klonens. Jaenisch arbeitet am Whitehead Institute for Biomedical Research und am Massachusetts Institute of Technology (MIT).
Auszeichnung mit Tradition
Der Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste war 1842 vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV. ins Leben gerufen worden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er 1952 vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss wiederbelebt. Mit dem Orden ist ein hohes Prestige, aber kein offizieller Status verbunden. Neue Mitglieder werden vom Ordenskapitel auf den jährlichen Sitzungen gewählt. Das Ordenssekretariat wird heute vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien geführt, der den Orden auch finanziert.
