Mittwoch, 21. April 2010
Mit neuer Energie in die Zukunft
Nicht allein der Naturschutz spricht für eine Wende in der Energieversorgung – auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten ist eine ressourcenschonende Energiepolitik dringend geboten. Die natürlichen Ressourcen sind endlich und werden immer teurer.
Das von allen Industriestaaten mehr oder weniger anerkannte Ziel, bis 2050 80 bis 95 Prozent der CO2-Emissionen einzusparen, läuft damit fast auf eine Null-Emissions-Energiewirtschaft hinaus.
Aus Sicht des Bundesumweltministers zwingt dies zu einer anderen, zeitgemäßen Wachstumsstrategie "Wenn wir glauben, die Wirtschafts- und Wachstumsentwicklung der Vergangenheit einfach fortsetzen zu können, die in Ressourcenverbrauch bestand, dann führen wir die Vorstellungen von Wachstum, Wohlstand und Lebensqualität in eine Sackgasse", erklärte er bei einer Tagung der Stiftung Marktwirtschaft. Mit Blick auf künftige Generationen gelte es, diesen Selbstwiderspruch aufzuheben.
Technik als Motor des Wandels
Die notwendige Wandel unserer Wirtschaftsweise wird stark von technischen Innovationen bestimmt sein, ist Röttgen überzeugt. Zentraler Baustein der neuen "industriell-technischen Revolution" seien die erneuerbaren Energien.
Die Energieversorgung im höchstmöglichen Maß mit den "Erneuerbaren" zu decken, ist das energiepolitische Ziel der Bundesregierung. Moderne Kraftwerke mit hohen Wirkungsgraden sollen, so Röttgen, den regenerativen Kraftwerkspark aus Wind-, Solar- und anderen Bioenergieanlagen ergänzen. Die Laufzeitenverlängerung von Atomkraftwerken könne dabei nur eine Brücke sein, sagte der Minister.
Um den konkreten Weg in das regenerative Zeitalter aufzuzeigen, werde die Bundesregierung im Herbst ein energiepolitisches Gesamtkonzept beschließen, kündigte Röttgen an. Darin soll auch die Steigerung der Energieeffizienz eine wichtige Rolle spielen.
Viele Wege führen zum Ziel
Der Staat hat eine ganze Reihe Initiativen ergriffen, um den Ausbau der Erneuerbare-Energien-Branche zu fördern, zum Beispiel
- eine stärkere Förderung der Energieforschung,
- Markteinführungshilfen wie das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) oder
- Anreize zum Ausbau neuer Stromnetze (etwa sogenannte intelligente Netze) und neuer Speichermöglichkeiten.
Hilfen zur Einführung von neuen Bioenergien, wie im EEG vorgesehen, seien gegenwärtig noch erforderlich, um neuen Energieproduzenten Zugang zu den Märkten zu ermöglichen, so Röttgen. Diese seien aber keineswegs als Dauersubvention angelegt. Die Solarbranche etwa habe schon für 2013 angekündigt, zu gleichen Preisen wie andere Energieproduzenten Strom anbieten zu können.
Trotz der gewaltigen Aufgaben sieht der Bundesumweltminister auch klare Chancen. Die globale Nachfrage nach technischen Lösungen für regenerative Energien und Energieeffizienz verschafft Deutschland als Weltmarktführer in Umwelttechnik weitere Wettbewerbsvorteile.
Darüber hinaus stärkt die Energiewende die Unabhängigkeit des Landes von ausländischen Energiequellen. "Wir ersetzen teure Importe durch heimische Wertschöpfung", so der Bundesumweltminister.
