Donnerstag, 11. Februar 2010
"Bundesliga für Organspende" gestartet
Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler hat eine breit angelegte Informationskampagne zur Organspende gestartet. Das Ziel: Die Bedeutung der Organspende stärken, um mehr Organspender zu gewinnen.
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Organspendeausweis
Foto: picture-alliance / dpa
Die Kampagne findet gemeinsam mit dem Verein "Sportler für Organspende", dem über 70 deutsche Spitzensportler angehören, sowie der Bundesliga-Stiftung und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) statt.
Sich für andere einsetzen
„Organspende bedeutet Einsatz für die Gemeinschaft", erklärte der Bundesgesundheitsminister. Bei vielen Menschen sei die Frage der Organspende noch mit großen Ängsten verbunden. Zwei Drittel der Bürger würden sich zwar grundsätzlich für Organspende aussprechen, aber nur weniger als jeder Fünfte habe einen Organspendeausweis ausgefüllt.
"Wir wollen deutlich machen, dass es nicht nur um den eigenen Tod geht, sondern auch darum, anderen Menschen Leben zu schenken. Diese Aktion ist ein toller Beitrag, um für die Organspende zu werben", stellte Rösler fest.
Konzertierte Aktion in allen Bundesligastadien
So wird am 22. Spieltag der 1. und 2. Fußball-Bundesliga (12. bis 15. Februar) in allen Fußballstadien über die Organspende informiert: An Informationsständen, in Stadionzeitungen sowie Online- und Offlinemedien der Bundesligavereine.
Trotz Sympathie nur wenige Organspender
Über 12.000 schwer kranke Menschen warten in Deutschland auf ein Spenderorgan. Obwohl Ärzte täglich durch Transplantationen viele Leben retten, kann nicht allen Patienten geholfen werden. Es fehlt an Spenderorganen, so dass circa 1.000 Menschen jährlich sterben.
Dabei stehen über zwei Drittel der Deutschen der Organspende positiv gegenüber. Aber nur rund 17 Prozent besitzen einen Organspendeausweis. Es dauert durchschnittlich vier bis fünf Jahre, bis einem Patienten ein Spenderorgan transplantiert werden kann. Organspende ist ein selten besprochenes Thema. Viele beschäftigen sich erst damit, wenn sie selbst oder Angehörige betroffen sind.
Ganz einfach Organspender werden
Organspender kann jeder ab dem 16. Lebensjahr sein. Dazu reicht es aus, einen Organspendeausweis auszufüllen. Auch ein formloses, eigenhändig unterschriebenes Schriftstück genügt, um seine Bereitschaft auszudrücken. Der Spender kann genau festlegen, welche Organe entnommen werden dürfen. Transplantiert werden dürfen in Deutschland Herz, Lunge, Niere, Leber, Darm, Bauchspeicheldrüse, die Hornhaut des Auges und die Haut.
Organspendeausweise können kostenlos per E-Mail bestellt (kontakt@vso.de), aus dem Internet herunter geladen (www.vso.de, www.organspende-info.de) oder beim Infotelefon Organspende (0800-9040400) gebührenfrei angefordert werden.
Organspendeausweise sind auch in vielen Arztpraxen, Apotheken und Einwohnermeldeämtern erhältlich. Außerdem informieren die BZgA sowie die Deutsche Stiftung für Organtransplantation auf ihren Internetportalen ausführlich über alle Fragen im Zusammenhang mit der Organspende.
Der Ausweis oder die Erklärung sollte möglichst bei den Personalpapieren aufbewahrt werden. Empfehlenswert ist auch, seine Entscheidung mit einer Vertrauensperson zu besprechen. Der Entschluss für oder gegen die Organspende kann jederzeit widerrufen werden. Es reicht aus, die hinfällige Erklärung zu entsorgen und eine neue zu verfassen.
