Donnerstag, 26. November 2009
Jung: Öffentlichkeit war korrekt informiert
Der frühere Bundesverteidigungsminister und heutige Arbeitsminister Franz Josef Jung hat gestern Vorwürfe zurückgewiesen, er habe bewusst Informationen über zivile Opfer eines Luftangriffs in Afghanistan zurückgehalten.
Vor dem Deutschen Bundestag gab Jung am Donnerstagabend eine Erklärung ab, zur Information der Öffentlichkeit nach dem Luftangriff.
Bei dem Angriff auf zwei Tanklaster nahe der nordafghanischen Stadt Kundus am 4. September hatte es auch zivile Opfer gegeben. Nach Angaben der Nato wurden bis zu 142 Menschen getötet oder verletzt, darunter 30 bis 40 Zivilisten. Angeordnet hatte den Angriff die Bundeswehr.
In Medienberichten waren am 26. November Vorwürfe erhoben geworden, Jung habe Informationen über die zivilen Opfer bewusst zurückgehalten.
Unverzügliche Aufklärung
Der frühere Bundesverteidigungsminister rechtfertigte in seiner Stellungnahme die Informationspolitik nach dem Bombenangriff.
Jung betonte, Parlament und Öffentlichkeit seien "korrekt über seinen Kenntnisstand informiert" worden. Er habe sich sofort um eine "sachgerechte Aufklärung" bemüht.
Direkt nach dem Angriff habe er sich mit Bundeswehr-Oberst Georg Klein, der den Luftangriff angefordert hatte, in Verbindung gesetzt, so Jung. Mögliche zivile Opfer habe er, wenn es sie gäbe, bedauert und angekündigt, "sich um die Angelegenheit zu kümmern".
