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Donnerstag, 19. November 2009

Entwicklungshemmnis Toilettenmangel

2,5 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sanitären Anlagen. Der 19. November soll als Welttoilettentag an diesen menschenunwürdigen Missstand, der besonders in armen Ländern vorherrscht, erinnern.

Der Welttoilettentag wurde erstmals 2001 von der Welttoilettenorganisation initiiert. Hintergrund ist das Fehlen ausreichend hygienischer Sanitäreinrichtungen für mehr als 40 Prozent der Weltbevölkerung. Auch die Vereinten Nationen setzten diesen Missstand in den Fokus der Weltöffentlichkeit. Sie riefen das Jahr 2008 zum Jahr der Sanitären Grundversorgung aus.

Viele Menschen sehen eine saubere und hygienische Toilette als eine Selbstverständlichkeit an. Im 21. Jahrhundert gibt es aber immer noch rund 2,5 Milliarden Menschen, die keinen Zugang zu sanitären Einrichtungen haben. Durch die fehlende sanitäre Grundversorgung und schlechte hygienische Verhältnisse erkranken die Menschen schneller. Außerdem behindern fehlende "Örtchen" die Freiheit vor allem von Frauen und Mädchen.

Entwicklungsländer besonders betroffen

Die Verrichtung der Notdurft und der Weg der Abwässer vollziehen sich in Entwicklungsländern oft bei menschenunwürdigen und kaum vorstellbaren Zuständen. Das bedeutet: offene Latrinen, Eimer, schlecht geführte Gemeinschaftstoiletten oder die "Buschtoilette".

Fehlende Toiletten und fehlendes oder ungenügendes Abwassermanagement verunreinigen das Grundwasser und schaffen somit den Nährboden für eine Vielzahl vermeidbarer Infektionskrankheiten.

Alle 20 Sekunden stirbt ein Kind an den Folgen einer Krankheit, die durch mangelhafte Hygiene, verschmutztes Wasser oder mit Fäkalkeimen verunreinigte Nahrung verursacht wird. 80 Prozent aller Durchfallerkrankungen in Entwicklungsländern werden durch schlechte hygienische Verhältnisse verursacht.

Engagement der Bundesregierung

Mit Entwicklungsgeldern errichtete ökologische Toilette einer indischen SchuleBild vergrößern Entwicklungszusammenarbeit: Ökologische Schultoilette in Indien Foto: GTZ/ecosan

Die Verbesserung der Wasser- und Sanitärversorgung ist ein wichtiges Ziel der Bundesregierung und ein Schwerpunkt ihrer internationalen Zusammenarbeit. In internationalen Verhandlungen, Organisationen und Initiativen setzt sie sich für das Thema nachhaltige Sanitärversorgung ein.

Die Bundesregierung  hat die Gründung des Netzwerkes „Sustainable Sanitation Alliance“ (SuSanA) unterstützt, das sich weltweit für das Thema nachhaltige Sanitärversorgung einsetzt. Zu ihren Initiativen gehört auch das Projekt "German Water Partnership", das von den fünf Bundesministerien für Umwelt, Forschung, Entwicklung, Wirtschaft sowie dem Auswärtigen Amt unterstützt wird.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit erreicht mit den derzeit laufenden Projekten in den Bereichen Sanitärversorgung und Abwassermanagement mehr als  35 Millionen Menschen. Deutschland ist weltweit der drittgrößte, in Afrika sogar der größte bilaterale Geber im Wasser- und Abwassersektor.

Die Weltgemeinschaft hat sich mit den Millenniumsentwicklungszielen das Ziel gesetzt, bis 2015 die Zahl der Menschen, die keinen Zugang zu verbesserter Sanitärversorgung und Trinkwasser haben, zu halbieren.