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Kinderpornografie im Netz international bekämpfen

Di, 30.06.2009
Die Bundesregierung setzt beim Kampf gegen Kinderpornografie im Internet stärker auf internationale Kooperation. Oberstes Ziel müsse es sein,  „die entsetzlichen Bilder zu löschen, die Täter zu ermitteln und den Opfern zu helfen“.
Dies forderte Familienministerin Ursula von der Leyen auf einer europäischen Konferenz zum Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt in den Medien. 
 
Sie machte darauf aufmerksam, dass es weltweit knapp 100 Länder gebe, in denen Kinderpornographie kein Straftatbestand sei. Da gebe es noch viel Handlungsbedarf.  Die Verabschiedung des Gesetzes zur Sperrung von Kinderpornografie im Internet vor knapp zwei Wochen sei ein wichtiger Schritt . Entscheidend sei jedoch ein international abgestimmtes Vorgehen, sagte von der Leyen.
 

Täter verfolgen, Opfer identifizieren

 
Die Geschäftsführerin von "Save the Children" in  Deutschland, Kathrin Wieland, forderte , Kinderpornografie in allen Staaten zu einem Straftatbestand zu erklären.
 
Wichtig ist ihr aber auch die Identifizierung der Opfer. Von den 50.000 Kindern, die Interpol in einer Bilddatenbank erfasst hat, sind lediglich 900 identifiziert. 
 

Kinder für Gefahren des Netzes sensibilisieren

 
Die Familienministerin forderte die Erwachsenen auf, Kinder und Jugendliche auf die Gefahren des Netzes hinzuweisen. So sprechen Täter Kinder in Chat-Foren an und geben sich als Gleichaltrige aus. Später wollen sie die Kinder in der realen Welt treffen.
 
"Die Jugendlichen sollten wissen, dass das Internet öffentlich ist und dass es Folgen haben kann, wenn man dort private Dinge preisgibt, die man früher nur dem verschließbaren Tagebuch anvertraut hat."
 
Das Bundesfamilienministerium und die Kinderschutzorganisationen UNICEF Deutschland, Save the Children, Innocence in Danger sowie die Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung ECPAT organisierten die Konferenz. Vertreten waren die europäische Polizeibehörde Europol und das Bundeskriminalamt.  Auch Online-Provider waren dabei. Die Teilnehmer kamen aus 23 europäischen Ländern.
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