(Die Ausschrift des fremdsprachlichen Teils erfolgte anhand der Konsekutivübersetzung)
BK’IN MERKEL: Meine Damen und Herren! Ich freue mich, die Vertreter der Arbeitnehmerorganisationen der G8-Mitgliedstaaten heute hier im Bundeskanzleramt empfangen zu können. Herr Sommer als deutscher Gewerkschaftschef hat das organisiert. Ich begrüße das sehr. Wir hatten schon ein ähnliches Treffen mit den Vertretern der Wirtschaftsverbände.
Was Globalisierung für die Menschen in unseren Ländern bedeutet, ist natürlich die entscheidende Frage. Deshalb werden wir heute sicherlich ganz intensiv auch über die soziale Dimension der Globalisierung miteinander reden. Was wir besprechen, wird dann auch Eingang in unsere Diskussionen beim G8-Gipfel in Heiligendamm finden. Genau dazu ist ein solches Treffen ja auch angetan.
SOMMER: Meine Damen und Herren! Zunächst einmal möchte ich mich bei der Bundeskanzlerin dafür bedanken, dass Sie uns empfängt. Das ist ein gutes Zeichen.
Ich war mit meinen Kollegen bis heute Mittag in Dresden bei den G8-Arbeitsministern, wo wir sehr viel detaillierter über die Frage der sozialen Dimension der Globalisierung gesprochen haben. Wir sind jetzt hier, um auch noch einmal zu einigen Schwerpunkten wie Verteilungsgerechtigkeit auf der Welt, Beschäftigung auf der Welt zu diskutieren. So leben derzeit 1,4 Milliarden arbeitslose und unterbeschäftigte Menschen auf diesem Erdball. Das sind Beispiele für Fragen, die uns bewegen einschließlich übrigens der Frage von sozialen Sicherungssystemen in Entwicklungsländern. Das werden wir jetzt ohne vorbereitetes Statement mit der Bundeskanzlerin diskutieren. Ich glaube, das mag sie auch lieber, als wenn wir uns wechselseitig etwas vorlesen.
In diesem Sinne freue ich mich außerordentlich, dass das Gespräch zustande kommt. Ich hoffe auch sehr, dass sich einiges von dem, was wir hier zu besprechen haben, bei den Beratungen in Heiligendamm niederschlägt. – Herzlichen Dank.
SWEENEY: Meine Damen und Herren! Ich bin Mitglied des beratenden Ausschusses der OECD für Fragen der Gewerkschaften. Außerdem bin ich Vorsitzender der entsprechenden Dachgewerkschaftsbewegung in den Vereinigten Staaten.
Auch ich möchte mich bei der Bundeskanzlerin sehr herzlich dafür bedanken, dass Sie uns hier die Gelegenheit zu diesem Gespräch gibt. Wir wollen uns heute hier über die Themen, die auch auf der Tagesordnung der G8 stehen, unterhalten. Das haben wir sozusagen als ständige Übung in jedem Jahr so gemacht. Wir haben uns immer mit der jeweiligen Gastgeberregierung getroffen, um verschiedene Fragen anzusprechen, die für die Arbeitnehmerschaft von Bedeutung sind und die dann auch auf der Tagesordnung des Gipfeltreffens der G8-Staaten stehen und dort von den Staats- und Regierungschefs erörtert werden.
Das ist für uns eine Gelegenheit, nicht nur solche Themen anzusprechen, die die Arbeitnehmer in unseren jeweiligen Mitgliedstaaten betreffen, sondern auch solche, die ganz allgemein mit der Globalisierung, auch mit der Situation, wie sie sich in den Entwicklungsländern darstellt, etwas zu tun haben. Wir hoffen, dass wir auf diesen Treffen, vielleicht auch Empfehlungen entwickeln können, die dann ihren Weg auf die Tagesordnung der G8 finden und hoffentlich auch dazu dienen, das tägliche Leben der Arbeitnehmer in unseren Ländern, ihre Situation am Arbeitsplatz zu verbessern, und auch dafür sorgen, dass die Arbeitnehmer weltweit ebenfalls Nutznießer der positiven Auswirkungen der Globalisierung werden.
