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Europäische Verfassung bis 2009 verabschieden

Mi, 11.10.2006
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso über die kommende EU-Präsidentschaft Deutschlands gesprochen. Einer der Schwerpunkte der Ratspräsidentschaft ist der Verfassungsvertrag.
 
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  • Bundeskanzlerin Merkel zu den Schwerpunkten der deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2007
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Deutschland wolle während seiner EU-Ratspräsidentschaft den Zeitplan für einen EU-Verfassungsvertrag erarbeiten. Das bekräftigte die Kanzlerin nach einer gemeinsamen Sitzung des Kommissionspräsidenten mit dem Bundeskabinett.  
 
Das Gesetzeswerk könne jedoch nicht während der deutschen Präsidentschaft im ersten Halbjahr 2007 abgeschlossen werden. "Wir brauchen den Vertrag aber vor der nächsten Europawahl und wir werden da sehr ambitioniert rangehen", betonte die Bundeskanzlerin.
 
Die Kanzlerin forderte zudem ein bürgerfreundlicheres Europa. Sie wies auch auf die Feier zum 50. Jahrestag der Römischen Verträge in Berlin hin.
 

Merkel für "echten" Verfassungsvertrag

 
Die Kanzlerin wandte sich gegen Überlegungen, nur Teile der Verfassung in Kraft zu setzen. Diese müsse mehr sein als nur eine Reform der europäischen Institutionen. "Das, was zum Schluss dasteht, muss ein Gebilde sein, welches das Wort Verfassungsvertrag verdient. Es dürfe nicht einfach nur eine institutionelle Regelung darüber sein, wie in Zukunft abgestimmt wird", mahnte sie an.
 

Mehr Bürgernähe, weniger Bürokratie

 
Merkel will sich auch dafür einsetzen, dass die Europäische Union bürgernäher wird. Überregulierungen müssten abgebaut werden, forderte sie. Europa müsse sich mehr um Arbeitsplätze kümmern. Auch Barroso betonte die Bedeutung des Bürokratieabbaus: "Wir müssen die Auflagen für Unternehmen und Bürger verringern."
 

Berlin als Ausdruck eines veränderten Europas

 
Merkel kündigte an, dass für den 25. März in Berlin eine Sondersitzung des Europäischen Rates geplant sei. An diesem Tag wird der 50. Jahrestag der Unterzeichnung der Römischen Verträge gefeiert. Berlin als Ort für die Feierlichkeiten sei Ausdruck eines veränderten Europas, das den Kalten Krieg überwunden hat.
 
Am 25. März 2007 werde es auch eine gemeinsame Erklärung mit dem Europäischen Parlament und der Kommission geben. Diese "Berliner Erklärung" solle Hoffnung auf Europas Zukunft machen – eines kulturell vielfältigen, sozialen und wirtschaftlich starken Europas.
 
Barroso lobte das Vorhaben der Bundesregierung. Die "Berliner Erklärung" könne ein Symbol für ein neues, vereintes Europa werden.
 
Die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) im Jahre 1951 war der Grundstein der Europäischen Einigung. Im Jahre 1957 wurden durch die Unterzeichnung der Römischen Verträge die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) sowie die Europäische Atomgemeinschaft (Euratom) gegründet. Das war die Geburtsstunde der Europäischen Union.
 

Aktuelle und zukünftige Ratspräsidentschaften kooperieren

 
Mit Beginn der deutschen Präsidentschaft im Januar wird es eine engere Abstimmung mit den darauffolgenden EU-Präsidentschaften geben. Die Bundesregierung steckt deshalb mit den Regierungen Portugals und Sloweniens eine gemeinsame Agenda ab. Als Beispiel für diese übergreifende Kooperation nannte Merkel die Organisation eines EU-Afrikagipfels, der während der portugiesischen Präsidentschaft in der zweiten Jahreshälfte 2007 stattfinden wird.
 

Hohe Erwartungen an deutsche EU-Präsidentschaft

 
Barroso verwies auf die hohen Erwartungen an Deutschlands EU-Präsidentschaft. "Es ist aber nicht fair, alle Lasten auf die Schultern Deutschlands zu legen." Sechs Monate seien nur eine begrenzte Zeit. Er versprach, Deutschland während der Präsidentschaft nach Kräften zu unterstützen.
 

Reihenfolge der EU-Präsidentschaften bis 2020 

Österreich:  Januar - Juni  2006 Finnland:  Juli-Dezember  2006 
Deutschland:  Januar - Juni  2007Portugal:  Juli - Dezember  2007 
Slowenien:  Januar - Juni  2008 Frankreich:  Juli - Dezember  2008 
Tschechische Rep.:  Januar - Juni  2009Schweden:  Juli - Dezember  2009 
Spanien:  Januar - Juni  2010Belgien:  Juli - Dezember  2010 
Ungarn:  Januar - Juni  2011Polen:  Juli - Dezember  2011
Dänemark:  Januar - Juni  2012Zypern:  Juli - Dezember  2012
Irland:  Januar - Juni  2013Litauen:  Juli - Dezember  2013
Griechenland:  Januar - Juni  2014Italien:  Juli - Dezember  2014 
Lettland:  Januar - Juni  2015Luxemburg:  Juli - Dezember  2015 
Niederlande:  Januar - Juni  2016Slowakei:  Juli - Dezember  2016 
Malta:  Januar - Juni  2017 Vereinigtes Königreich:  Juli - Dezember  2017
Estland:  Januar - Juni  2018Bulgarien:  Juli - Dezember  2018 
Österreich:  Januar - Juni  2019Rumänien: Juli - Dezember  2019
Finnland:  Januar - Juni  2020
 

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